ReachX Blog

Die Implementierung von hreflang: Die 8 größten SEO Missverständnisse

    Inhaltsverzeichnis:

Die Implementierung von hreflang: Die 8 größten SEO Missverständnisse

Kürzlich hat die SEO-Expertin und Suchmaschinenspezialistin Motoko Hunt einen Artikel über die wichtigsten Entscheidungen veröffentlicht. Diese Entscheidungen sind notwendig, um mit SEO internationale Märkte auch auf anderen Kontinenten und Sprachversionen zu erschließen. Dabei bot sie eine Reihe von ausgezeichneten Tipps, wie man weltweite Websites effektiv aufbauen und gestalten kann. Eine der besten Methoden zur Unterstützung von lokalen Märkten und Sprachversionen ist die Verwendung des hreflang-Elements, also eines HTML-Attributs.

Die Verwirrung um das hreflang-Attribut ist seit seiner Implementierung recht groß. So hat das Attribut nach der Einführung bei manchen Seitenbetreibern dazu geführt, dass sie nicht wussten, wie sie dieses Attribut zu implementieren haben.

Einer Studie von SEMrush zufolge besaßen 75 Prozent der untersuchten hreflang nutzenden Websites schwerwiegende Fehler, welche auf die Implementierung zurückzuführen sind. Mehr als die Hälfte der Sites hatte Probleme mit der Code-Implementation, hauptsächlich aufgrund eines mangelnden grundlegenden Verständnisses des Attributes. Die Studie ergab auch, dass eine ganze Reihe von Website-Besitzern durch implizite und wörtliche Aussagen in der möglicherweise veralteten Anleitung des Supports von Google als auch durch Interpretationen einiger Blogger und Influencer in die Irre geführt wurden. In diesem Artikel werden wir versuchen, einige dieser Missverständnisse aufzudecken und auszuräumen, um Ihnen die Implementation vom hreflang-Attribut etwas zu vereinfachen.

Missverständnis Nr. 1: Das Hreflang-Attribut ist nur auf der Startseite der Website von Bedeutung

Dieser Fall tritt zwar nicht sehr häufig auf, aber einige Websites haben das hreflang-Tag lediglich auf ihren Startseiten verwendet.
Leider zeigt der Beispielcode von Google nur die Homepage-Version (also die Startseite) einer URL an, was dazu führt, dass manche Website-Betreiber denken das Attribut würde nur auf der Startseite benötigt werden.

Diese Website-Betreiber hatten erwartet, dass Google schlau genug wäre herauszufinden, von welchem Land aus der Interessent auf die Website schaut. Bedauerlicherweise funktioniert Google aber anders und hat folglich eine falsche Seite bzgl. des lokalen Marktes angezeigt.

Die Lösung für die Kopfzeile

Das hreflang-Element muss allen Seiten hinzugefügt werden, die eine sprachlich oder geografisch bedingte alternative Version haben oder in einer XML-Sitemap enthalten sind, nicht nur auf der Startseite.

Missverständnis Nr. 2: Das Hreflang-Attribut braucht man nur bei Top-Level-Domains vom Typ .com

Dieses Missverständnis rührt von Entwicklerteams her, die keine Lösung für die Zuordnung von Seiten zwischen verschiedenen Top-Level-Domains entwickeln konnten. Davon ausgehend, dass sie cc-Top-Level-Domains wie co.uk verwenden, haben sie fälschlich angenommen, dass die Suchmaschine versteht, aus welchem Land auf die Website zugegriffen wird.
Leider sind die Interpretationen der Suchmaschinen in Bezug auf cc-Top-Level-Domains nicht unbedingt perfekt. Daher empfiehlt es sich einen Test durchzuführen, um sicherzustellen, dass die geografische Zuordnung von der Suchmaschine verstanden wird und das keine anderen lokalen Seiten auf dem Markt vorhanden sind.
Wenn es klappt, dann ist es gut! Aber falls andere lokalen Marktseiten auftauchen, sollte das hreflang-Attribut auf allen Domains implementiert werden.

Die Lösung für die Kopfzeile

Es wird dringend empfohlen, dass hreflang-Element auf jeder Seite zu verwenden, die eine lokale Alternative anbietet, unabhängig davon, auf welcher Domäne sie sich befindet. Tatsächlich ist der vorliegende Fall auch einer der stichhaltigsten Gründe, um hreflang-Elemente über XML-Sitemaps zu verwalten: hreflang-XML-Tools können URLs unabhängig von der Domäne, auf der sie sich befinden zuordnen. Darüber hinaus können die XML-Sitemaps für alle Sites auch am selben Speicherort gehostet werden, wodurch sie wesentlich einfacher zu pflegen sind.

Missverständnis Nr. 3: Der X-Standard kann nur auf einer Homepage mit einer Länderauswahl verwendet werden

Es gibt SEO-Profis die behaupten, dass der x-Standard nur dann verwendet werden soll wenn die Homepage eine Länderauswahl hat und dann nur auf dieser Seite verwendet werden sollte. Doch das ist nur teilweise zutreffend. Es gibt nämlich zwei spezifische Anwendungen des x-default.

Die Lösung für die Kopfzeile

Die erste spezifische Anwendung gilt für internationale mehrsprachige Websites mit einem Länder-Selektor zum Einstieg, wie dies etwa bei DHL oder Ikea der Fall ist. Diese Unternehmen zeigen anfangs eine Splash-Seite mit einer Sprach- und/ oder Länderauswahl, die den Besucher auffordert, den Standort und/ oder die Sprachversion der Website auszuwählen, die er besuchen möchte. Da diese Seite nicht auf eine bestimmte Sprache oder ein bestimmtes Land ausgerichtet ist, weist der hier verwendete x-Standard Suchmaschinen dann an, diese Seite in einem Markt ohne zugewiesene Seite zu präsentieren.

Wo die SEO-Profis sich täuschen, ist der Fall, wie große multinationale Unternehmen auf schon länger bestehenden Websites mit der Sprachauswahl umgehen. Dies gilt besonders für Unternehmen, die oft eine Dot-Com-Seite als Hauptseite und zugleich eine länderspezifische Seite anwenden. Daimler ist hierfür ein gutes Beispiel. Die Hauptseite ist eine Dot-Com-Seite, die länderspezifische deutsche Seite endet auf einer .de-Domain. In dieser Situation sollte ebenfalls der x-Standardwert verwendet werden. Ein und dieselbe Seite kann als x-Standard und britisches Englisch festgelegt werden, wie das folgende Beispiel aufzeigt:

<link rel = "alternate" hreflang= "x-default" href = "https://www.mysite.com">
<link rel = "alternate" hreflang= "de-de" href = "https://www.mysite.com.com">
<link rel = "alternate" hreflang= "en-en" href = "https://www.mysite.com/en-en/index.html">

Missverständnis Nr. 4: Regionale Sites können kein Hreflang-Element verwenden 

Bei regionalen Websites handelt es sich um den budgetabhängigen Ansatz um mehrere Länder in einer Region unter Verwendung einer einsprachigen Website anzusprechen.
Zu diesen Regionen gehören beispielsweise APAC für die Länder des asiatisch-pazifischen Raums, LatAM für die süd- und mittelamerikanischen Länder oder MENA für die arabischsprachigen Länder des Nahen Ostens und Nordafrika.

Die Lösung für die Kopfzeile

Das Hreflang-Attribut kann auf einer regionalen Website auf verschiedene Arten verwendet werden:

Die erste Methode besteht darin, die regionale Site auf eine gemeinsame Sprache festzulegen. Dies wird häufig bei arabischsprachigen Websites angewendet. Im folgenden Beispiel wird die regionale Website als bevorzugt für arabische Sprachmärkte festgelegt:

<link rel = "alternate" hreflang= "ar" href = "https://www.mysite.com/meana-ar/index.html">

Eine andere Möglichkeit für Unternehmen, das hreflang-Element zu verwenden, besteht darin, die gleiche Seite für mehrere Länder zu „taggen“ – sprich zu markieren.

Websites tun dies häufig dann, wenn sie bereits über eine bestimmte Standard-Sprachwebsite und mehrere lokale Websites in derselben Sprache verfügen und diese Version in bestimmten Märkten nicht in der x-Standard- oder Sprachversion angezeigt werden soll.

Bei diesem Ansatz wird das hreflang-Element für jeden der Zielmärkte aufgelistet, auf die jene Seiten ausgerichtet sind:

<link rel = "alternative" hreflang= "es-ar" href = "https://www.mysite.com/latam-es/index.html">
<link rel = "alternate" hreflang= "es-pe" href = "https://www.mysite.com/latam-es/index.html">
<link rel = "alternate" hreflang= "es-cl" href = "https://www.mysite.com/latam-es/index.html">

Missverständnis Nr. 5: Um Codezeilen zu sparen, werden dem Attribut „Hreflang=“ gleich mehrere Codes für Sprachversionen hinzugefügt

Manche Seitenbetreiber denken, dass der SEO-Anbieter über die Funktionsweise von Google denkt, dass die Zahl der XML-Sitemap-Einträge reduziert werden könne, indem man mehrere Länder- und Sprachcodes für Sprachversionen in folgender Weise zur Syntax hinzufügt.

<xhtml: link rel = "alternate" hreflang= "es-ES; fr; fr-SE; fr-CH; pt; es; es-CH; de-CH; de-AT; de; de-DE; de; de-IE "

Eine häufig gesehene Vorgehensweise – doch so funktioniert das leider nicht.

Die Lösung für die Kopfzeile

Google hat für die Verwendung der „Hreflang=“-Syntax ganz klare Anforderungen: für jede URL ist ein eigenes URL-Element zu erstellen.

Missverständnis Nr. 6: Den Wert „rel=canonical“ auf die globale Website setzen 

Dieses Vorgehen hat es in sich: denn es wird dazu führen, dass die betreffenden Seiten in der lokalen Sprache fast genauso schnell gelöscht werden, als wenn sie mit einem robots.txt-Eintrag blockiert würden.

Dies ist, abgesehen von inkorrekten Länder- und Sprachcodes, einer der bisher größten mit dem hreflang-Attribut zusammenhängenden festzustellenden Fehler, die bei Unternehmen zu sehen sind.
Am häufigsten kommt es in diesem Zusammenhang bei dem Versuch vor, doppelte Inhalte zu entfernen. Das hreflang-Element erledigt dies im Wesentlichen bereits von selbst.

Die Lösung für die Kopfzeile

Der Wert rel = canonical muss auf die lokale Seite verweisen, auf der er sich befindet, und darf niemals auf eine andere Seite verweisen, es sei denn, es ist gewünscht, dass die Seite blockiert wird.

Wenn eine Blockierung das Ziel ist, besteht allerdings auch keine Notwendigkeit, dass sich überhaupt ein Hreflang-Tag auf der Seite befindet

Code-Beispiel:

<link rel = "canonical" href = "https://www.mysite.com/pt-br/index.html">
<link rel = "alternate" hreflang= "pt-br" href = "https://www.mysite.com/pt-br/index.html">

Missverständnis Nr. 7: Hreflang-Tag und Canonical Tags kombinieren

Ein weiterer Fehler ist, wenn Entwickler versuchen, das kanonische und das selbst-referenzierende hreflang-Element zu einem einzigen Tag zu kombinieren.
In diesem Fall war betraf es die irischsprachige Version der Seite für den Abruf aus Irland.

<link rel = "Canonical" hreflang= "de-IE" href = "https://www.mysite.com/ie/">
<link rel = "alternative" hreflang= "es-AR" href = "http://www.mysite.com/ar/">

Die Lösung für die Kopfzeile

Das rel = canonical muss eine eigene Entität sein, ebenso wie das hreflang-Element für die Seite.
Diese Entitäten können unter keinen Umständen kombiniert werden. Ein korrekter Eintrag würde vielmehr wie der folgende Code aussehen:

<link rel = "canonical" href = "https://www.mysite.com/ie/">
<link rel = "alternate" hreflang= "de-IE" href = "https://www.mysite.com/ie/">
<link rel = "alternative" hreflang= "es-AR" href = "http://www.mysite.com/ar/">

Missverständnis Nr. 8: Das Rel = Canonical kann als selbst-referenzierender Eintrag dienen

In den meisten Fällen, in denen eine Website in der Google Search Console viele nicht selbst-referenzierende Fehler aufweist, wird dies durch Websitebesitzer verursacht, die versuchen ein kanonisches Element für das selbstreferenzierende Element zu verwenden.
Nachfolgend ein Beispiel für diesen Fehler beim Verweis auf eine Seite, die für einen lokalen Markt in Argentinien vorgesehen wäre.

Website für Argentinien – https://www.mysite.com/ar/

<link rel = "alternate" hreflang= "de-IE" href = "http://www.mysite.com/ie/">
<link rel = "Kanonisch" hreflang= "es-AR" href = "https://www.mysite.com/ar/">

Website für Irland – https://www.mysite.com/ie/

<link rel = "Canonical" hreflang= "de-IE" href = "https://www.mysite.com/ie/">
<link rel = "alternative" hreflang= "es-AR" href = "http://www.mysite.com/ar/">

Die Lösung für die Kopfzeile

Der obige Code ist fehlerhaft. Für das selbstreferenzierende Element muss ein Hreflang-Element verwendet werden.
Wenn die hreflang-Tags für die lokalen Seiten verwendet werden, sollte der Code wie folgt aussehen:

Website für Argentinien – https://www.mysite.com/ar/

<link rel = "alternate" hreflang= "de-IE" href = "http://www.mysite.com/ie/">
<link rel = "alternate" hreflang= "es-AR" href = "https://www.mysite.com/ar/">

Website für Irland – https://www.mysite.com/ie/

<link rel = "alternate" hreflang= "de-IE" href = "https://www.mysite.com/ie/">
<link rel = "alternative" hreflang= "es-AR" href = "http://www.mysite.com/ar/">

Fazit

John Mueller von Google ist der Ansicht, dass das hreflang-Attribut eine der komplexesten technischen Herausforderungen darstellt, mit denen sich SEO-Profis heutzutage beschäftigen müssen. Die in diesem Artikel behandelten Fälle können diese Aussage nur bestätigen. Leider entstehen viele dieser Herausforderungen in erster Linie durch falsche Interpretationen der Herangehensweise von Google.
Bevor Sie Ihre hreflang-Implementierung in Angriff nehmen, sollten Sie sich überlegen, welche Probleme Sie lösen möchten und ob neue (eventuell auch unvorhergesehene) Probleme auftreten können, wenn Sie eine dieser Änderungen vornehmen.

Viel Erfolg beim Implementieren von hreflang!

Bildquelle: nk2549 / 123RF Standard-Bild

Über den Autor

Markus Fritzsche

markus-fritzsche

Markus ist SEO Berater bei der ReachX.

Markus Fritzsche ist SEO Berater für Projekte, z.B. in den Suchmaschinen Google und Bing. Er ist ausgebildeter Fachinformatiker mit der Fachrichtung Anwendungsentwicklung und seit nunmehr fünf Jahren in der Online-Marketing-Branche tätig. Dank seiner Ausbildung und den bisherigen Arbeitserfahrungen konnte er sich einen Einblick in die verschiedensten CMS- und Shop-Systeme verschaffen und ist so mit den Unwägbarkeiten, die ein System haben kann, bestens betraut.

Folgen Sie Markus Fritzsche auf den folgenden Portalen