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Recap der SEO CAMPIXX 2022

    Inhaltsverzeichnis:

Recap der SEO CAMPIXX 2022

Das Hotel Van der Valk war im Vergleich zum Hotel am Müggelsee eine absolute Verbesserung. Sowohl die Räumlichkeiten als auch das Ambiente drumherum, haben für ein besonderes Feeling gesorgt, welches für eine allgemein gute Stimmung gesorgt hat. Besonders erfreulich war es, trotz der (gewünschten) Coronamaßnahmen, dass eine Vielzahl an Teilnehmer:innen vor Ort war.

Organisatorisch waren wir im Nachhinein allerdings etwas enttäuscht. Mit dem allgemeinen Blick auf das Programm ist aufgefallen, dass es lediglich Vorträge gab, welche als „Advanced“ eingestuft worden sind. Dies liegt in der Hand der Speaker:innen selbst. Allerdings ist es dann doch etwas enttäuschend, in einem Vortrag zu sitzen, von dem man sich einen Mehrwert erhofft und dann erklärt bekommt, was beispielsweise LCP oder ganz banal HTML bedeutet. Sprich: Wir würden uns wünschen, dass sich die Speaker:innen mehr über ihr Thema bewusst sind bzw. was sie tatsächlich vorstellen möchten.

Im Folgenden zeigen wir Euch einige Vorträge der CAMPIXX 2022, die für uns einen besonderen Mehrwert hatten.

 

1. Vorträge unseres ReachX-Teams

Auch drei unserer eigenen Mitarbeiter:innen haben auf der CAMPIXX bzw. CONTENTIXX ihre Vorträge zum Besten gegeben. Eine kurze Inhaltsangabe sowie die Präsentationsfolien haben wir Euch in unserem RX Download Center zur Verfügung gestellt. Dort findet Ihr die folgenden Vorträge:

  • Jan Brakebusch – Geschäftsführer der ReachX Consulting GmbH:
    „Wie Du 2022 ein skalierbares SEO & Team baust – das auch ordentlich was umsetzt!“
  • Daniel Sternberger – Teamlead SEO & Content Marketing:
    „Interne Verlinkung – Tipps, Vorlagen & Tools für die Optimierung und langfristige Pflege
  • Samantha-Josefine Lang – Content Marketing Beraterin:
    „Die Macht der Sprache – Gendern im Content-Marketing“

 

2. Marie Fabienne Lüdemann:
Bilder-Potenziale nutzen – Tipps und Tricks für SEO und UX

 

Marie Fabienne Lüdemann

Ein aus unserer Sicht guter Vortrag war der von Fabienne Lüdemann zum Thema „Bilder-Potenziale nutzen – Tipps und Tricks für SEO und UX“. Sie hatte zum einen eine gute Präsentation vorbereitet und diese auch sehr gut vorgestellt. Zum anderen konnten wir aus ihrem Vortrag einige Punkte mitnehmen, um diese selbst umsetzen bzw. anwenden zu können oder sogar zu verstehen, wie Suchmaschinen mit Bildinhalten umgehen. Schade fanden wir allerdings das Verhalten bzw. die Fragen im Nachgang einiger Teilnehmer:innen. Zugegeben, auch aus unserer Sicht war dies kein „Advanced“-Vortrag, sondern eher Basic. Allerdings hatten wir das Gefühl, dass die Fragen nicht zum Vortrag gepasst haben bzw. wurden Fragen zu Themen gestellt, die nicht im Vortrag erwähnt wurden. Klar hatten diese Fragen einen gewissen Bezug zu dem Thema, allerdings waren diese nicht passend und konnten von Fabienne nicht direkt beantwortet werden. Trotz allem war es aus unserer Sicht ein gut vorgetragener Vortrag, wie es der Titel auch versprochen hat, mit Tipps und Tricks, um sein Bilder-SEO zu optimieren.

 

3. Johan von Hülsen:
Drei einfache Frameworks für geilere interne Verlinkung

Johan von Hülsen

In der Session-Beschreibung von Johan stand: „Interne Verlinkung ist einer der schönsten und wirksamsten Hebel für Deine Optimierung.“ Einer der „schönsten“ Hebel – ja, da brennt jemand für das Thema und das hat man gemerkt.

Dass Johan die Informationen zum Vortrag in Google Docs stehen hatte und diese einfach geteilt hat, war an sich vielleicht ungewöhnlich. Für ihn aber nicht, denn er hat Präsentationen schon in den verschiedensten Formaten gehalten. Für viele – und für ihn mit Sicherheit auch – ist es eine lockere Abwechslung und einfach mal etwas anderes. Durch die „schlichte“ Präsentationsart bläst er aber gleichzeitig auch nichts auf. Das Thema, der Inhalt und das vermittelte Wissen stehen für sich und wirken allein ohne Bilder, Farben und Animationen – und das war super so!

Er hatte ein schönes Beispiel von SportScheck dabei, die auf ihrer Website, er hat es bei den Laufschuhen gezeigt, durch simple Fragen die Nutzer:innen nach Produkten filtern lassen.

 

Graphik Johan von Hülsen

Es ist ein interner Link zu einer Filter-Seite, die den Nutzer:innen einen tatsächlichen Mehrwert bietet. Eine Unterseite, auf der die Nutzer:innen Produkte finden, die sie wirklich gesucht haben und kaufen möchten.

Johan brachte auch das Beispiel, dass am Ende einer Produktübersichtsseite mit vielleicht 25 verschiedenen Jeanshosen nicht nur der Weg zur zweiten Seite mit 25 Jeanshosen vorhanden sein sollte. Wenn den Nutzer:innen nach 25 Jeanshosen keine gefallen hat, suchen sie vielleicht nach was ganz anderem. Warum werden neben der „Seite 2“ nicht auch kurze Hosen oder Stoffhosen verlinkt?

Ein wunderbarer Gedankenanstoß, der, gerade weil er so simpel ist, so gut war!

 

4. Tobias Schwarz:
Seitenarchitektur optimieren

 

Tobias Schwarz

Aus diesem Vortrag haben wir uns 4 Punkte mitgenommen, wie man den SI (Sichtbarkeitsindex) durch eine verbesserte Seitenstruktur optimieren kann. 

  1. Crawlability: Es muss nicht jede Seite der Domain gecrawlt werden, denn 5% der gesamten URLs bringen in der Regel 95% des Umsatzes. Demnach ist es wichtig, zu schauen, welche URLs relevant und welche nicht relevant sind. Die relevanten müssen unbedingt gecrawlt werden, damit Umsatz erwirtschaftet werden kann. Bei einem geringen Crawl-Budget werden in der Regel die ersten URL-Ebenen gecrawlt. Hier muss man entscheiden, welche URLs, die zu den 5% gehören, evtl. in die ersten Ebenen verschoben werden könnten. Die Pfade, die nicht relevant sind, können direkt auf „noindex“ gestellt werden. 
  2. Index: Langfristig kann es aber passieren, dass eine URL, welche auf „noindex“ steht, doch gecrawlt wird. Denn Google erkennt, ob die Seite evtl. doch relevanten Content oder auch viele Links hat. 
  3. Status Codes: Bei den 500 und 429 Status Codes kann es passieren, dass das Crawling Budget reduziert wird. Bei 3xx Status Codes kann es bis zu 1% weniger Sales geben, da das Nutzererlebnis beeinträchtigt wird (Core Web Vitals).
  4. Cluster Analytics: Ähnliche Inhalte können in Cluster zusammengefasst werden, wie z. B. alle Produkte. Damit können diese Cluster als Gesamtes individuell von anderen Clustern analysiert werden, um z. B. Schlüsse über den Pagespeed und andere Metriken über diese Cluster zu ziehen.

 

5. Michael Möller:
SEO out-of-the-box

Michael Möller

Michael hat in seinem Vortrag „SEO out-of-the-box: Wie wir edogs in 18 Monaten zu Deutschlands führendem Hunde-Marktplatz gemacht haben“ gezeigt, wie er mit seinem Team die Plattform „edogs.de“ zu einem der größten Classifieds im Hundebereich innerhalb der DACH-Region entwickelt hat.

In der Session-Beschreibung stand „Alles belegt mit echten Beispielen und echten Zahlen“, was natürlich mega interessant ist. Fanden nicht nur wir, sondern auch viele andere, weshalb der Raum schon deutlich vor Beginn der Session voll war.

Michael zeigt schön auf, wie sie bei technischem SEO über Content-Marketing bis hin zu Synergien mit dem Paid Advertising die Website optimiert haben. Eine Aussage von ihm, die dies in unseren Augen schön zusammenfasst, war:

„Die Website muss das liefern, wofür sie da ist.“

Ein einfacher und so logischer Satz, der so viel Bedeutung hat. Klar, dass ein Onlineshop Produkte benötigt, aber sich immer wieder vor Augen zu führen und sich darüber klar zu sein, ob es jetzt wirklich aus Sicht der Nutzer:innen gedacht bzw. für die Nutzer:innen optimal umgesetzt ist, das ist hier die große Kunst.

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf, viel A/B-Testing und einer regelmäßigen Content-Auditierung konnte innerhalb von 18 Monaten seine Plattform groß gemacht werden.

 

6. Aleyda Solís:
SEO Auditing 2022: How to develop SEO audits that actually generate impact

Aleyda Solís

Aus diesem Vortrag haben wir hauptsächlich mitgenommen, dass den Kund:innen bei einem guten SEO-Audit unbedingt konkrete Handlungsempfehlungen an die Hand gegeben werden müssen. Ganz wichtig ist dabei, zu sagen, welches Problem wo auftritt und wie dieses zu lösen ist. Das kann bedeuten, Beispiele von der Konkurrenz zu geben, URL-Cluster zu erstellen und Fehler für diese Cluster aufzuzeigen. Diese Cluster können auch bei der Konkurrenz erstellt werden, um den Kund:innen aufzuzeigen, wie die Cluster im Wettbewerb performen.

Zudem kann man für SEO-Audits Forecast-Tools nutzen. Alle Probleme sollten danach sortiert werden, welche den größten Impact und Aufwand haben, um diese besser zu priorisieren. Diese Priorisierung muss nach 6 Monaten nochmal überarbeitet werden. Sollte mal etwas falsch laufen, kann einfach der vorige Zustand wiederhergestellt werden.

 

7. Stefan Rudolph & Daniel Herrmann:
Linkbuilding: Outreach schnell und kostengünstig umsetzen

Stefan RudolphDaniel Herrmann

Wenn wir beispielsweise im Titel lesen „Outreach schnell und kostengünstig umsetzen“, erwarten wir persönlich ein paar Tipps, wie man seine eigenen Linkbuilding-Maßnahmen optimieren kann, um bei der Thematik erfolgreicher zu sein, beziehungsweise mehr Erfolg zu spüren. Vor allem, da es „schnell und kostengünstig“ gehen soll. Der Vortrag war sehr interessant, allerdings ist uns schnell klar geworden, dass sich der vorgestellte Prozess nicht schnell und kostengünstig umsetzen lässt. Daniel, welcher Wirtschaftsinformatik studiert hat, und Stefan haben hier mit Sicherheit großartige Arbeit geleistet.

Um diesen Prozess allerdings auf die eigene Agentur oder das eigene Unternehmen zu übertragen, ist sowohl ein:e Informatiker:in notwendig als auch genügend Zeit.

 

8. Niels Dahnke:
Aufräumen und Strukturieren für SEOs: Schritt für Schritt zu mehr Erfolg

Niels Dahnke

Im SEO ist es wichtig, nicht einfach nur neue Inhalte für die Website zu produzieren, sondern die alten Inhalte ordentlich zu halten. Dazu gehört es, Inhalte zu löschen, die nicht mehr aktuell sind und den Rest aktuell zu halten. Dafür kann man eine Logfile-Analyse machen, um herauszufinden, wo der Crawler auf der Website einsteigt. Im Idealfall sollten dort, wo auch der Crawler ist, relevante Inhalte platziert sein.

 

9. Martin Brosy:
Inside Job – Die Linkbuildingszene auf dem Prüfstand

Martin Brosy

Auch der Vortrag von Martin war spannend und informativ. Es war sehr interessant zu sehen und erklärt zu bekommen, was hinter den Kulissen der Linkbuildingszene abläuft. Allerdings haben wir ein wenig das Gefühl vermittelt bekommen, dass sein Vortrag den Zweck hatte, sein Tool bekannt zu machen.

 

10. Paul Schreiner:
Suchoperatoren auf Steroiden

Paul Schreiner

Wenn wir es nicht besser wüssten, würden wir spätestens nach diesem Vortrag sagen: „Paul Schreiner hat die Suchoperatoren erfunden“. Er kennt sie alle und weiß sie auch alle anzuwenden.

Paul hat mit den verschiedensten Suchoperatoren viele Beispiele präsentiert und aufgezeigt, was mit ihnen alles möglich ist. Und ganz besonders, was dadurch im Internet alles zu finden ist. Über Uni-Noten inkl. Matrikelnummer, Mailing-Listen und vieles mehr.

Mit einfachen Site-Abfragen begonnen und einer kurzen Erklärung, was Suchoperatoren sind und was sie machen, ist er schnell bei komplexen Verkettungen verschiedener Operatoren gelandet. Das war absolut richtig so, denn sein Vortrag war als „Professional“ gekennzeichnet und sich lange mit einfachen Dingen zu beschäftigen, ist dann nicht drin.

Dieser Vortrag hat einmal mehr gezeigt, wie mächtig die Suchoperatoren sind und wie schnell mit ihnen Informationen zu Indexierungen herausgefunden bzw. analysiert werden können. Es ist etwas, was durchaus mehr in die tägliche Arbeit einfließen sollte!

 

11. Mario Fischer:
SEO Data Science ohne Coden – Hammer!

 

Mario Fischer

Eines unserer Highlights war der Vortrag von Mario Fischer zum Thema „SEO Data Science ohne Coden – Hammer“. Zwar wurde auch hier ein Tool vorgestellt, allerdings ist dieses völlig kostenfrei und unterstützt sowohl beim Analysieren als auch beim Erstellen von Reportings.

Das Tool ist in der Lage einen kompletten Prozess abzubilden, der sich darauf bezieht, Excel-Dateien mit den verschiedensten Parametern anzupassen. Und zwar so, dass am Ende eine Datei exportiert wird, in welcher die wichtigsten Metriken (jedem selbst überlassen) zusammengeführt werden, ohne dass die Datei von unterschiedlichen Formatierungen beeinflusst wird. Und das alles, ohne Kenntnisse von Programmierung zu haben. Ein weiterer Vorteil: Die Prozesse können sowohl gespeichert als auch im Nachgang bearbeitet werden, um wiederkehrende Aufgaben einfacher und schneller abwickeln zu können.

 

12. Nedim Sabic:
7 fatale SEO-Schwachstellen großer Onlineshops nutzen, um Profit zu machen

Nedim Sabic

Ein weiteres Highlight war für uns der Vortrag von Nedim Sabic zum Thema „7 fatale SEO-Schwachstellen großer Onlineshops nutzen, um Profit zu machen“. Der Humor von Nedim ist trocken und kann gegen die ein oder anderen Gemüter gehen. Wer allerdings mit seiner Art von Humor klarkommt, wird verstehen bzw. kann nachvollziehen, warum Nedim ein hervorragender Speaker ist. Natürlich bringt er auch das nötige Know-how mit, aber die Art und Weise, wie er Wissen vermittelt, ist sehr unterhaltsam. Der Titel seines Vortrags hat nicht zu wenig versprochen.

Menschen kaufen immer! Wenn man einen Onlineshop erstellen möchte, ist es wichtig, 25% Spaß und 75% Expertise mitzubringen. Um die großen Onlineshops zu überholen, sollte man dafür immer spezifische Produkte anbieten. D. h. keinen Onlineshop für „Bohrer“, sondern für „Steinbohrer“ zu erstellen. Damit werden genau die Nutzer:innen angesprochen, die einen Steinbohrer benötigen und man kann auf sehr spezifische Lieferant:innen zurückgreifen.

Eine weitere Option ist es, einen Onlineshop mit bis zu 10 Produkten zu erstellen. Wenn man die Überschriften der Produkte wählt, sollte man auf bestimmte Begriffe achten, wie z. B. „mit, für, ohne“ oder diese als Kombi nutzen. Dies können große Onlineshops kaum anbieten wie „Kameras für YouTuber:innen mit Blitz“. Die Verknüpfungen mit „mit, für und ohne“ sollten auch als Filter möglich sein, welche unbedingt auf „index, follow“ gesetzt werden sollten, da dies relevante Keywörter für den Shop sind. Die Kategorietexte auf den Landingpages müssen alles Mögliche beantworten können, was sich Nutzer:innen denken könnten. Bei Onlineshops sollte mindestens eine Marge von 30% erreicht werden, denn darunter lohnt es sich nicht. Besser sind 40, geil sind 50 und das Ziel sind 300%.

 

13. Fazit

Alles in allem war es eine super CAMPIXX mit guten Gesprächen, vielen Learnings und einer überragenden Party!

Das hier und da mal Vorträge dabei sind, die nicht die Erwartungen erfüllen, ist ganz normal. Wir haben alle unterschiedliche Wissensstände, Fokusthemen, Interessen sowie Ansprüche und dadurch auch vollkommen verschiedene Erwartungshaltungen an die Vorträge.

Danke an Marco und sein Team für die Orga! Wir wollen gar nicht wissen, wie viel Zeit in der Planung für so eine komplette Konferenzwoche steckt! Starke Leistung!

 

Quelle der Speakerbilder: https://www.campixx.de/programm

Autor:innen: Daniel Sternberger, Markus Jakobi, Larissa Foth – ReachX

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