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7 Punkte-Anleitung zur Erstellung nützlicher Personas

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7 Punkte-Anleitung zur Erstellung nützlicher Personas

Im Marketing werden Menschen oft als „Benutzer“ (oder auch als „User“) bezeichnet. Und Marketingmenschen sagen zuweilen merkwürdige Dinge über ihre Benutzer. Was Marketingmenschen eigentlich meinen, ist: „Wir müssen den Benutzern die Möglichkeit erleichtern, Inhalte zu entdecken.

Inhalte, die Fragen beantworten und Probleme für die Menschen lösen, die wahrscheinlich von der Benutzung unseres Produkts profitieren. Die ganze Inhaltsgeschichte soll dabei in einer Umgebung stattfinden, die leicht zu verstehen und zu navigieren ist.“

Wir sprechen von „Benutzern“ und meinen damit genau die Menschen, die unsere Websites, Apps und Social-Media-Plattformen verwenden. Wir verwenden den Begriff „Benutzer“ für die interne Kommunikation in unserem Team und zur Kommunikation mit unseren Kunden. Und gleichzeitig entfremdet dieser anonymisierende Begriff die Verbindung zu den individuellen Menschen, mit denen wir am meisten zusammenarbeiten müssen.

Wenn Sie eine Dienstleistung oder auch ein Produkt anbieten, das Menschen dabei helfen kann, ein Problem zu lösen oder einen Mehrwert für deren Leben zu schaffen, und Sie ein klares Bild davon haben, wer diese Menschen sind und wie Sie mit ihnen kommunizieren können, sind Sie bereits auf erfolgreichem und somit bestem Wege.

Aber wenn Sie bereits in die Erstellung von Content eintauchen, noch bevor Sie die kritische Aufgabe und Analyse der Kundenausrichtung durchgeführt haben, könnten Sie hinsichtlich Ihrer nächsten Schritte zum Erfolg in Schwierigkeiten geraten.

Ein wichtiger Schritt zur Vermeidung von Schwierigkeiten: Erstellen Sie Personas

 

Eine Persona ist eine fiktive Repräsentation eines idealen oder typischen Kunden. Laut einem Bericht des Smashing Magazine wurden Personas zuerst von Alan Cooper, einem Software-Designer und Programmierer, entwickelt. Cooper entwickelte das Konzept von Personas, um die Leute („Benutzer“, Sie erinnern sich?), die seine Software benutzen wollten oder mussten, besser zu verstehen.

Cooper interviewte dafür mehrere Personen aus der beabsichtigten Zielgruppe und lernte sie dabei so gut kennen, dass er in der Folge in ihre Rollen schlüpfen und so tun konnte, als ob er eine Person aus der Zielgruppe wäre. So konnte Cooper Ideen aus der Perspektive der Benutzer entwickeln und bewerten. Mit dieser speziellen Methode konnte Cooper die „Benutzer“ (Sie schmunzeln?) ganz an die Spitze seines Schaffensprozesses setzen.

Wenn das Konzept der Personas korrekt verwendet wird, sollte Ihnen das dabei helfen, ein Gefühl für die Personen entwickeln, die mit Ihrer Website oder App interagieren, und dieses Gefühl sollte während des gesamten kreativen Prozesses in der Produktentwicklung, im Marketing und darüber hinaus stets wachsen. Personas werden Ihnen helfen, die Erstellung von Websites zu vermeiden, die nur „irgendwie“ funktionieren, aber keine wirklichen Mehrwert bieten können.

Die 1998 gegründete Nielsen Norman Group, ein US-amerikanisches Unternehmen, das sich mit der Optimierung von Computerinterface und Mensch-Maschine-Interaktion beschäftigt, meint dazu:

„Alle Mitglieder des Produktteams sind erforderlich, um sich als Entwickler in die Benutzer hineinversetzen zu können und den zusätzlichen Schritt gehen zu können, etwas zu entwickeln, das für die realen Benutzer auch tatsächlich funktioniert. Doch wenn Benutzer über statistische Begriffen und als „der typische Benutzer“ definiert und beschrieben werden, wird sich diese Information einfach nicht so tief in die Gehirne der Teammitglieder einbetten wie wenn Benutzer in Form von Personas quasi personifiziert werden.“ 

Haben Sie Lust, zu lernen, wie man Personas erstellt und wie man sie nach ihrer Erstellung benutzt?

#1 Führen Sie zuvor so viel Forschung wie möglich durch

Sie können solange nicht mit dem Erstellen von Personas beginnen, wie Sie Ihre Zielgruppe nicht vollständig verstehen. Und Sie können Ihre Zielgruppe nicht vollständig verstehen, solange Sie Ihre Zielgruppe nicht wirklich umfangreich erforschen und analysieren.

Abby Covert, die in New York lebende und arbeitende US-amerikanische Informationsarchitektin, beschreibt die Aufgabe in ihrem Buch „How to Make Sense of Any Mess“ recht zutreffend:

„Menschen sind komplexe Kreaturen, wenn es um deren Interpretation und Nutzung von bestimmten Dingen geht. Wir sind voller Widersprüche. Die Forschung weiß, dass wir hin und wieder merkwürdige Verhaltensweisen zeigen. Angefangen von der Art und Weise, wie wir unsere Mobiltelefone benutzen, bis hin zur Art und Weise, wie wir Lebensmittelgeschäfte durchqueren, ist keiner von uns genau gleich dem anderen.“

Menschen haben unterschiedliche Gefühle und verfügen über unterschiedliches Vorwissen. Ihr Wissen kann breit und oberflächlich oder auch spezifisch und dafür sehr tief sein. Auch beliebige Mischformen sind möglich. Menschen haben ganz verschiedene Hintergründe, Menschen kommen aus teils völlig verschiedenen Kontexten auf eine bestimmte Website oder App.

Daher ist es wichtig, die Hintergründe und Kontexte zu recherchieren, um herauszufinden, was speziell Ihre Kunden ausmacht, was sie von anderen Kunden und voneinander unterscheidet und was Ihre Kunden wiederum gemeinsam haben.

Wenn Sie die aus der Forschung gewonnenen Erkenntnisse bewusst und konsistent einsetzen, können Sie die Annahmen, die Sie über die Motivation, die Ziele und die Ziele Ihrer Kunden haben, adressieren und entweder validieren oder widerlegen.
Es ist nachvollziehbar, wenn Sie jetzt sagen, dass Sie nicht das Budget haben, zunächst eine riesige Umfrage in Auftrag zu geben, weshalb im Folgenden aufgezeigt werden soll, was mit „Forschung“ gemeint ist und was im Rahmen Ihrer ganz individuellen Möglichkeiten machbar ist und was nicht, um Ihre Kunden zu analysieren.

Es gibt zwei Haupttypen von Forschung, die Sie durchführen können: 

Qualitative Forschung

Die qualitative Forschung ist eine explorative Art der Forschung, die Sie nutzen können, um zu verstehen –warum– Ihre Kunden etwas tun und –wie– sie es tun.

Zum Beispiel könnten Sie fragen, -Warum- suchen Ihre Kunden nach einer Antwort oder nach einem besseren Weg, eine bestimmte Aufgabe zu erledigen? Was bringt Ihre Kunden morgens aus dem Bett und wie wirkt sich das auf die Auswahl ihrer Produkte aus?

Zum zweiten können Sie fragen, -Wie- kommen Ihre Kunden heute mit ihrem speziellen Problem zurecht? Welche ggf. noch unzulänglichen Lösungen verwenden sie? Wie würden Ihre Kunden mit einem neuen Produkt interagieren? Welche Lösungswege würden sie beschreiten?

Quantitative Forschung

Unter dem Begriff der Quantitativen Forschung versteht man diejenige Forschung, die in Zahlen gemessen und ausgedrückt werden kann und die nach Zahlen fragt.
Um ein möglichst rundes und stimmiges Bild Ihrer Nutzer zu erhalten, empfehlen wir Ihnen in jedem Fall, beide Verfahren durchzuführen.

#2 Menschen befragen und interviewen

Der beste Weg, etwas über Ihre Kunden zu erfahren, ist derjenige, mit ihnen persönlich zu sprechen. Dabei haben Sie die beste Gelegenheit, die Meinung und Einstellung Ihrer Kunden zu bestimmten Fragen gewissermaßen zu inhalieren.
In ihrem Buch Just Enough Research beschreibt dies die Schriftstellerin und Autorin Erica Hall folgendermaßen:

„Das Ziel von Benutzer-Interview besteht darin, alles darüber zu erfahren, was die Art und Weise beeinflussen könnte, wie Benutzer das Produkt verwenden, welches Sie erstellen. Das Können, gute Gespräche zu führen, ist eine Fähigkeit, die Sie mit der Praxis entwickeln werden.

Ein großer Mythos dabei ist, dass man zum Führen von guten Gesprächen ein guter Redner sein muss. Das stimmt so nicht. Bei einem guten Interview geht es eigentlich vielmehr darum, selbst still zu sein, den Mund zu halten und den Interviewten reden zu lassen. Dies kann mitunter sehr schwierig sein, vor allem dann, wenn man selbst von dem Thema sehr begeistert ist.

Ein wichtiger Grundsatz ist, den Interviewten zu vermitteln, dass sie gemocht werden und dass ihre Meinung wirklich wichtig ist. Die Interviewten wollen gerne ihre Klugheit zeigen. Wenn Sie also jemanden interviewen, tun Sie am besten so, als wüssten Sie nichts über das Thema.

So lernen Sie völlig neue und faszinierende Seiten des Interviewten kennen.“
Erica Hall beschreibt weiter, wie Sie sich auf Ihr Interview vorbereiten und ein Interview erstellen können führen:

Sobald Sie festgelegt haben, mit welchen Personen Sie sprechen möchten und was genau Sie herausfinden möchten, können Sie beginnen, Ihren Interviewleitfaden zu erstellen. Der Interviewleitfaden ist ein Dokument, das Sie während Ihres Interviews stets dabeihaben sollten, um sicherzustellen, dass Sie beim Thema bleiben und alle Informationen, die Sie benötigen, auch wirklich erhalten.

  1. Der Interviewleitfaden sollte eine kurze Beschreibung und das Ziel der Studie enthalten. Dies ist sowohl für Sie als auch für die Teilnehmer sehr hilfreich, um stets in der Nähe des Themas zu bleiben.
  2. Fragen zu den grundlegenden sachlichen und demographischen Angaben sollten ebenfalls im Interviewleitfaden enthalten sein, um die Antworten des Teilnehmers in einen Kontext stellen zu können. Die Fragen und notwenidigen Angaben können je nach beabsichtigtem Zweck des Interviews unterschiedlich sein. Sie beinhalten aber oft Name, Geschlecht, Alter, Ort und Berufsbezeichnung oder in beruflichen Zusammenhängen fast immer auch die Rolle der interviewten Person.
  3. Einige so genannte „Eisbrecherfragen“ oder Aufwärmfragen sind stets sinnvoll, um den Teilnehmer etwaige Hemmungen zu nehmen und zum freieren Sprechen zu bringen. Die meisten Leute kennen solche Aufwärmfragen aus der Situation des „Small Talk“. Sie können Aufwärmfragen fast immer aus der Situation heraus und basierend auf den demografischen Informationen improvisieren.
  4. Der Interviewleitfaden sollte natürlich auch die Fragen und Themen enthalten, die im Mittelpunkt des Interviews stehen.
  5. Stets hilfreich ist es auch, wenn Sie zuvor für sich selbst einige Hintergrundinformationen zu dem Thema und den interviewten Personen sammeln, mit den Sie sprechen werden, insbesondere dann, wenn Sie noch über wenig Expertise zum jeweiligen Thema verfügen. Wenn Sie beispielsweise mit Eigenheimbesitzern darüber sprechen möchten, wie sie ihre Hypothekenmakler auswählten, kann es hilfreich sein, wenn Sie sich vorher über das Thema Hypotheken ein wenig einlesen. Anderes Beispiel: Wenn Sie mit dem Leiter des Kundendienstes sprechen möchten, lesen Sie zuvor in den einschlägigen Support-Foren oder in den FAQs des Unternehmens oder des Produkts einiges zum Thema nach.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Sie das Beste aus einem Interview herausholen können, empfehle ich Ihnen meinen Blogbeitrag „Improve Your Research by Improving Your Interview Skills.“

#3 Führen Sie ein Empathy Mapping durch

Der Sinn des Konzepts von Personas ist es, Ihre Kunden bestmöglich zu verstehen. Der beste Weg, die Kunden zu verstehen, dürfte wohl sein, sich in die Lage der Kunden zu versetzen und die Welt mit ihren Augen zu betrachten. Ein Empathy Mapping kann Ihnen effektiv dabei helfen, weil Sie beim Erstellen eines solchen Mappings automatisch darüber nachdenken, was Ihr Publikum interessiert – und auch darüber, was sie nicht interessiert.

Hinweis: Sie können diese Übung alternativ jetzt auch überspringen und später durchführen, nachdem Sie eine Persona oder mehrere Personas erstellt haben. Wenn Sie damit hadern, wirklich in den Kopf und in die Gedanken eines Kunden vorzudringen, kann ein Empathy Mapping ein guter Weg sein, tiefere Erkenntnisse zu gewinnen. Die Methode des Empathy Mapping kann auch guter Weg sein, wenn Sie nicht die Ressourcen haben, eine volle Persona-Entwicklung durchzuführen.

Das Ziel beim Empathy Mapping besteht darin, herauszufinden, wie Sie sich besser mit Ihren Kunden verbinden können, indem Sie sich darauf konzentrieren, mit welchen Botschaften Ihre Kunden im Alltag konfrontiert sind. Ein weiterer Aspekt ist, darauf zu achten, was Kunden während ihres üblichen Arbeitsablaufes denken. Der beste Weg, Kunden zu verstehen ist, dass festzuhalten und insbesondere zu beachten, was ihnen wirklich am Herzen liegt.

Sie werden noch viel mehr von dieser Übung profitieren, wenn Sie diese als Team durchführen. Die Erarbeitung im Team bietet Ihnen sowohl kurzfristig als auch langfristig umfassendere Erkenntnisse als auch einen langfristigen Konsens, wenn das ganze Team in die Lösungserarbeitung eingebunden ist.

Wählen Sie Mitarbeiter und Kollegen aus, die möglichst täglich oder zumindest regelmäßig Kontakt zu Kunden haben. Zeigen Sie die unterschiedlichen Sichtweisen auf die Kunden und die Probleme auf, die Ihre Mitarbeiter und Kollegen bei der Lösung dieser Probleme hatten.
Als nächstes können Sie Fragen beantworten wie beispielsweise: „Was fühlt diese Person?“ „Was ist dieser Person wichtig (welche Medien, Events etc.)?“ „Wie verbringt diese Person ihren Alltag, wie die Abende, was macht sie am Wochenende?“ 

Sie werden einige Themen und Gebiete voller Übereinstimmung entdecken, bei anderen strotzt es nur so von Unstimmigkeiten und Unterschieden, doch genau das ist ja gewollt. Wenn Sie die Übung gewissenhaft durchführen und alles so verläuft wie geplant, werden sich viele neue Themen eröffnen, die sich bislang nur in den Köpfen der interviewten und klugen(!) Personen befanden, mit denen Sie ja bereits zusammenarbeiten.

Notieren Sie Auffälligkeiten sowie markieren Sie all jene Bereiche, in denen es unterschiedliche Meinungen und Auffassungen gibt, Forschen Sie danach an diesen Unterschieden weiter, um diese Themen zu verstehen, besser kennenzulernen und weiter zu vertiefen, und notieren Sie insbesondere, warum diese Themen wichtig sind im Umgang mit Ihren Kunden.

Sofern Sie Hilfe bei dieser Übung benötigen, haben wir ein Arbeitsblatt in unserem neuen ebook „Plug and Play Content Strategy“ vorbereitet, verfasst vom Experten für Strategischen Content Augustin Kendall, das wir Ihnen hiermit sehr empfehlen möchten.

#4 Führen Sie Umfragen durch

Umfragen sind eine effektive Möglichkeit, Informationen darüber zu sammeln, wer Ihre Zielgruppe ist, was die Zielgruppe will und was sie von Ihrer Marke oder Ihrem Produkt hält. Sämtliche Informationen, die Sie aus einer Umfrage erhalten, können eine wichtige Rolle in Ihrem Forschungsprozess spielen. Umfragen mögen auf den ersten Blick wie eine schnelle und einfache Methode zum Sammeln von Daten aussehen, doch sie wollen gut vorbereitet und gut durchdacht sein, wenn sie effektiv sein sollen.

Hier sind ein paar Tipps, die Ihnen bei der Erstellung einer Umfrage helfen: 

  • Legen Sie das Ziel Ihrer Umfrage fest, damit Sie daraus relevante Fragen entwickeln können und entscheiden können, ob die jeweilige Frage einen quantitativen oder einen qualitativen Ansatz hat.
  • Wählen Sie aus, wer die Umfrage erhalten soll. Sehen Sie sich Demografie, Umgebung und ihre Verbindung zu Ihrer Marke an, bevor Sie sich entscheiden.
  • Verfassen Sie eine kurze Einführung, um den Befragten den Zweck der Umfrage zu Beginn zu erläutern und um ihnen zu erklären, wie lange die Umfrage dauern wird. Nicht fehlen sollte auch eine Vertraulichkeitserklärung Ihrerseits, in der Sie versichern, dass keine personenbezogenen Daten aus der Umfrage an Dritte weitergegeben werden.
  • Ermutigen Sie Benutzer, an Ihrer Umfrage teilzunehmen, indem Sie mit ein paar sehr einfach zu beantwortenden Fragen beginnen, beispielsweise mit Fragen nach ihrer Heimatstadt oder nach ihrem Alter.
  • Halten Sie die Umfrage kurz. Es kann sein, dass Mitglieder ihres Teams verschiedene weitere Fragen einbeziehen wollen. Sie sollten aber der (zugegeben großen) Versuchung widerstehen, so viele Informationen wie möglich mit nur einer Umfrage zu sammeln. Gehen Sie stattdessen Kompromisse ein, was Sie fragen möchten, damit Sie eine bessere Chance haben, dass die Befragten Ihren Fragebogen vollständig ausfüllen. Nicht vollständig ausgefüllte Fragebögen sind so gut wie wertlos und es gilt der alte Grundsatz: einige Informationen sind besser als keine!
  • Verwenden Sie ein Umfrage-Tool wie SurveyMonkey, insbesondere dann, wenn das Tool in Ihre Marketing- und Vertriebssoftware integriert werden kann. So können Sie die Umfrage automatisieren und herausfinden, was Sie über Ihre besten Kunden und Interessenten bereits wissen und welche Informationen neu sind. Entscheidend ist, die richtigen Fragen in der richtigen Weise zu stellen.
  • Stellen Sie sicher, dass Ihre Fragen einen logischen Ablauf haben und einfach zu beantworten sind.- Ihre Fragen sollten nicht zwei Aspekte auf einmal behandeln, schlecht wäre z.B. eine Frage in der Art wie „Bewerten Sie die Qualität der Stiefel nach Tragekomfort und Aussehen.“
    – Ihre Fragen sollten klar und leicht zu verstehen sein.
    – Ihre Fragen sollten neutral formuliert sein Achten Sie auf Wörter oder bestimmte Formulierungen, die Teilnehmer ungewollt beeinflussen und in eine bestimmte Richtung führen könnten.

Es gibt eine Menge darüber zu lernen, wie Umfragen ideal durchgeführt werden können. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, empfehlen wir die Werke „Better User Research Through Surveys“ von UX Mastery und „The Four Steps to the Epiphany“ von Steve Blank.

#5 Analyse und Synthese

Sie haben im Idealfall durch Ihre Forschung eine Menge Informationen gesammelt. Ihr Schreibtisch ist über und über mit Notizen und wichtigen Papieren bedeckt. Ihre Wand ist mit Haftnotizen übersät. Und Ihr Vorgesetzter ist heiß auf Ergebnisse! Was sollte ein Marketing-Mensch jetzt tun?

In Panik zu verfallen wäre jetzt eine Option. Allerdings nicht zielführend. Es ist Zeit zu analysieren und zu synthetisieren.
Wenn Sie Ihre Ergebnisse analysieren, bedeutet dies, dass Sie beginnen, die gesammelten Daten zu ordnen und zu kategorisieren. Wenn Sie synthetisieren, bedeutet das, dass Sie brauchbare Informationen aus Rohdaten erstellen. Sie können und sollten beides gleichzeitig tun.

Eine Möglichkeit zur Synthese besteht in der Erstellung eines Affinitätsdiagramms. Ein Affinitätsdiagramm wird verwendet, um Ihre Daten in logische Gruppen zu sortieren. Dafür brauchen Sie einen Raum mit einer großen Tafel oder ein (magnetisches) Whiteboard. Schreiben Sie alle Ergebnisse Ihrer Forschung stichwortartig auf Haftnotizen und sortieren Sie sie danach in Kategorien.

Zum Beispiel könnten einige Ihrer Kategorien „Dringende Probleme“, „Motivationen“ und „Demografische Daten“ heißen. Versuchen Sie zu erkunden, ob sich bestimmte Muster bilden. Achten Sie darauf, ob sich Kategorien herausstellen, die deutlich weniger Haftnotizen enthalten als andere Kategorien. Sofern Sie Ähnlichkeiten finden, ist das ein guter Punkt, denn dies deutet darauf hin, dass sich die Persona, die Sie entwickeln wollen, beginnt herauszubilden.

Nachfolgende sehen Sie ein Beispiel aus einem Affinitätsdiagramm, das wir für eine mögliche Koch-App erstellt haben. Jede pinkfarbene Notiz stellt eine Kategorie dar, die gelben und orangefarbigen Haftnotizen stellen wiederum Ergebnisse dar, die unter jede Kategorie fallen. Als wir diese Übung machten, bemerkte mein Team, dass wir nur zwei Haftnotizen in der Kategorie „Demografische Daten“ hatten, also gingen wir noch mal raus unter die Leute und führten mehr Interviews durch, um mehr Daten speziell in dieser Kategorie zu sammeln.

#6 Bauen Sie Ihre Persona

Sobald Sie mit dem Zusammenstellen von Daten, der Analyse und der Synthese der Daten aus Ihrer Forschung fertig sind, können Sie mit der Erstellung Ihrer Persona oder Ihrer Personas beginnen. Die Art der Informationen, die Sie in Ihren Personas integrieren, kann jeweils variieren, aber normalerweise brauchen Sie die folgenden Infos:

  • Name
  • Demographische Information
  • Ziele
  • Frustrationen oder Ängste
  • Motivationen
  • Persönlichkeit

So könnte eine vollständig definierte Persona folgendermaßen aussehen: 

Denken Sie daran, dass der Wert Ihrer Personas wesentlich davon abhängt, wie repräsentativ Ihr Datenbestand ist und wie gut Sie bei der Erstellung und Analyse Ihrer Forschung waren. Wenn Sie nicht geprüfte Annahmen zu Ihren Nutzern treffen und diese in Ihre Personas einfließen lassen, sind die Strukturen Ihrer Personas folglich möglicherweise nicht korrekt.

Wenn die Daten aber fehlerhaft sind, werden Sie wiederum bald feststellen, dass sich Schlüsselzahlen wie eine geringere Leserschaft und ein niedrigerer Umsatz auswirken. Oder Sie gehen einfach davon aus, dass Metriken bzgl. des Contents, die von ungenauen Personas stammen, nur so gut sind, wie sie eben sind und belassen es dabei.

#7 Lassen Sie Ihre Personas keinen Staub ansetzen

Nicht wenige Leute behandeln Personas wie ein neues Küchengerät eines Nobelherstellers. Als sie das Gadget erwarben, waren sie sich sicher, dass es ihr gesamtes Kochen verändern würde. Doch tatsächlich hatten sie das neue Spielzeug vielleicht einmal benutzt und kehrten dann schnell zu ihrer normalen Kochroutine zurück, stellten das Gerät in einen Schrank und ließen es Staub ansetzen.

Eine Möglichkeit, dies zu verhindern oder den „Staubansatz“ zumindest abzuschwächen, besteht darin sicherzustellen, dass Sie Personas als Team erstellen, damit mehr Personen sie verwenden. Manche Leute mögen nun argumentieren, dass dieses Vorgehen nicht besonders realistisch ist. Aber indem Sie Ihr Team in den Prozess einbeziehen und ihnen Daten aus Ihrer Forschung zeigen, wird Ihr Team auch verstehen, dass die Eigenschaften der fiktiven Personas auf tatsächlichen Daten von realen existierenden Menschen basieren und sehr wertvoll sind.

Es ist wichtig zu erkennen, dass Personas ein wichtiges Werkzeug in Ihrem Werkzeugkoffer sind. Manchmal sind sie kraftvoll und nützlich, manchmal aber taugen sie nur wenig, weil Sie einen Schraubenschlüssel brauchen, die Persona aber eher einen Hammer darstellt. Wichtig ist es zu verstehen, wann man Personas verwendet, wann man andere Tools vorziehen sollte oder gar muss, und wann man mehrere Tools gleichzeitig verwenden sollte. Wenn Sie sich dafür entscheiden, Personas zu erstellen, stellen Sie sicher, dass Sie sie stets auf dem neuesten Stand halten, damit sie ihren Nutzen nicht verlieren. Benutzer entwickeln sich im Laufe der Zeit, und das sollten Ihre Personas auch – selbst, wenn sie nur fiktiv sind.

Über den Autor

Sascha Behmueller

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Produkt- und Online-Markting Experte

Sascha Behmüller ist der Experte für Conversion Rate Optimierung und PPC-Maßnahmen bei der ReachX GmbH. Seit April 2017 ist er Geschäftsführer und zuständig für die Leitung unserer Agentur. Zuvor hat er knapp 10 Jahre Berufserfahrung als Produkt- und Online Marketing Manager in Unternehmen wie Vodafone, Deutsche Telekom und 1&1, sowie Gazprom Energy gesammelt. In dieser Zeit hat er es sich zur Aufgabe gemacht, den Kunden in den Mittelpunkt seiner Arbeit zu stellen, sei es in der Produktentwicklung oder in der Online-Ansprache. Mit Conversion-Rate-Optimierung setzt er sich seit mehreren Jahren auseinander und ist für seine Kunden stets auf der Suche nach den neuesten Erkenntnissen aus dem Bereich der CRO. Im Blog berichtet Sascha auch über Themen wie Google Analytics, AdWords und den Google Tag Manager, da diese für ihn sehr wichtige Tools zur Conversionoptimierung darstellen.

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